Landesbischof Bedford-Strohm lobt Synodenentscheidung zur Segnung gleichgeschlechtlicher Paare

Mit ihrem Beschluss gestern Abend hat die bayerische Landessynode den Weg frei gemacht für eine öffentliche Segnung gleichgeschlechtlicher Paare in der Kirche. Neben der „Trauung“ von heterosexuellen Paaren und dem „Gottesdienst anlässlich  einer Eheschließung“ zwischen einem evangelischem Christen und einem Nicht-Christen wird es künftig eine dritte Form geben: die „Segnung“ gleichgeschlechtlicher Paare im Gottesdienst. Bis zum Herbst soll eine Handreichung mit einer liturgischen Ordnung zur Durchführung der Segnung erscheinen.
Die wesentliche Vorarbeit für die Entscheidung der Synode hatte eine gemischte Arbeitsgruppe geleistet. Die Herausforderung bestand darin, dass in der Landeskirche die wenigen Bibelstellen zur Homosexualität sehr unterschiedlich interpretiert werden. Die Arbeitsgruppe hatte darum vorgeschlagen, die Pluralität, die in den unterschiedlichen Interpretationen Ausdruck findet, zu akzeptieren. Sie sieht darin keinen Anlass zur Spaltung, weil das grundsätzliche Verständnis des Evangeliums von der Rechtfertigung des Sünders um Christi willen nicht berührt ist. Künftig können bayerische Pfarrerinnen und Pfarrer nach ihrem Gewissen individuell entscheiden, ob für sie Segnungen gleichgeschlechtlicher Paare möglich sind oder nicht. Ihre persönliche Entscheidung soll respektiert werden.
Landesbischof Heinrich Bedford-Strohm bezeichnete heute die Arbeit der Arbeitsgruppe und die Entscheidung der Synode als vorbildlich. „Ich bin der Landessynode und den Mitgliedern der Arbeitsgruppe sehr dankbar für ihre weise Entscheidung. Sie nimmt ernst, dass es in einer großen Kirche unterschiedliche Deutungen biblischer Texte gibt, die auch mit großem Bemühen nicht überwunden werden konnten und mit denen wir leben müssen. Diejenigen, die lange auf die Möglichkeit der kirchlichen Segnung ihrer Partnerschaft gewartet haben, können den kirchlichen Segen nun in einem öffentlichen Gottesdienst empfangen. Dass es über diese Frage unterschiedliche Auffassungen gibt, stellt nicht unsere Gemeinschaft in der Kirche in Frage.“


Schwabach/München, 19. April 2018
Johannes Minkus, Pressesprecher