Frauendinner: Lebensvielfalt schützen und erhalten

Frauendinner_Ausschnitt vom Buffet



 „Was der Mensch sät, das wird er ernten“  - unter diesem biblischen Motto lockte das diesjährige Frauen-Dinner am 3. Februar 2017 wieder über 90 Besucherinnen ins Evangelische Haus.

Veranstaltet vom bewährten Team mit Vertreterinnen von  Evangelischem Bildungswerk, Bund Naturschutz, Eine-Welt-Laden und Kirchengemeinde St. Martin (alle Schwabach) war wieder für ein leckeres Buffet gesorgt – diesmal u.a. mit Gerichten, die ungewöhnliche Gemüsesorten enthielten.

Da gab es lila Kartoffeln und gesprenkelte Bohnen – passend zum Thema, denn die Erhaltung der Lebensmittelvielfalt stand im Mittelpunkt.

Nach dem Essen berichtete Karin Deread, Referentin der Hilfsorganisation „Brot für die Welt“, über die aktuelle und akute Gefährdung dieser Vielfalt durch Agrarkonzerne wie Monsanto. Diese entwickeln hybrides (d.h. nur einmalig brauchbares) Saatgut, verkaufen es  dann – zusammen mit darauf abgestimmten Düngern und Pestiziden – an die Bauern und machen diese dadurch von sich abhängig. Daraus entstehen Hunger und Existenznöte, denn das hochgezüchtete Saatgut ist (im Gegensatz zu den ursprünglichen Sorten) nicht an die jeweiligen Standortgegebenheiten angepasst, was häufig zu Ernteausfällen führt, berichtete Deread.

In einem weiteren Beitrag stellten Silke Holluba, Hildegard Krenzer und Andrea Illini in Vergessenheit geratene Kartoffel-, Getreide- und Tomatensorten vor.
Karin Holluba-Rau (Bund Naturschutz) beeindruckte mit der Erzählung von der „Leisa-Linse“: diese ursprünglich auf der Schwäbischen Alb beheimatete Sorte war dort verschwunden, wurde nur dank der Lagerung in einer Saatgut-Bank in St. Petersburg (Wawilow - Institut) gerettet und wird heute auf der Alb wieder angebaut.

Annette Schwarz, die mit ihrem Mann ein Schwabacher Blumengeschäft führt, stellte den oft schwierigen Spagat zwischen ökologischen und wirtschaftlichen Kriterien in einem mitteständischen Betrieb dar. Dem Druck der Großkonzerne begegnet man hier erfolgreich durch eigene Samen- bzw. Pflanzenzucht.

Für Saft aus alten Apfel- und Birnensorten aus Streuobstwiesen rund um den Hesselberg warb Norbert Metz (Landschaftspflegeverband Mittelfranken) mit schmackhaften Kostproben. In Plantagenanbau, woher die Äpfel aus dem Supermarkt in der Regel stammen, werden nur noch 20 verschiedene Arten angebaut, so Metz, und dies seien alles moderne Züchtungen. Sorten, die viele noch aus der eigenen Kindheit kennen, drohen dadurch für immer verloren zu gehen.
Saft der Marke „Hesselberger“ ist in Schwabach beispielsweise im Bauernladen und im Edeka Krawczyk erhältlich.

Der beachtliche Spendenerlös des Abends – rund 700 Euro – kam in diesem Jahr dem indischen Projekt „Navdanya“ zugute, das Kleinbauernfamilien durch Bereitstellung von traditionellem Saatgut und Schulungen in nachhaltiger Landwirtschaft eine Lebensgrundlage gibt und durch sein „Schneeballsystem“ bereits über 1 Million Bauern erreicht hat, wie Karin Deread in einem eindrucksvollen Kurzfilm vorstellte.

(Text: Friederike Spörl-Springer; Foto: Karin Wolfermann)